23. November 2010 – 21:22
Einer meiner Freunde ist momentan für ein Auslandssemester in Finnland. Ich sollte ihm ein Paket mit lebensnotwendigen Dingen wie seiner Playstation, alkoholhaltigen Getränken und Gummibärchen schicken. Gut. Gesagt getan.
Der Logistikdienstleister unserer Wahl heißt wie ein griechischer Götterbote. 19,90 € für ein relativ großes Paket nach Finnland klang fair und vernünftig. Wir rechneten ungefähr mit einer Laufzeit des Pakets von 5-7 Tagen. Aufgrund von möglichen Verzögerungen beim Zoll evtl. auch einen oder zwei Tage länger.
Das Paket ist mittlerweile seit 11 Tagen unterwegs, also mal die Seite des griechischen Götterboten fragen und die Paketverfolgung heranziehen. “Wurde am xx.11.2010 versucht zuzustellen. Leider haben wir sie nicht angetroffen.”
Alles klar, wurde also wohl in einer Abholstelle hinterlegt.
Nach zwei Stunden meldet sich der Wahl-Finne wieder und meint, es sei nirgends ein Paket hinterlegt und fragt ob ich Lust hätte 0,60 € pro Minute auszugeben. Die Hotline des Logistik”dienstleisters” ist nämlich eine sündhaft teure 0900er Nummer. Irgendwie muss der Laden ja an Geld kommen.
Die nette Dame an der Hotline hatte offensichtlich auch nicht mehr Infos zu dem Paket als wir als Kunden. Sie musste mich nämlich kurz mit der Wartemusik aus der Telefonanlage alleine lassen. Macht ja nix. Was sind schon 0,60 € die Minute?
Ach moment, ich vergaß zu erwähnen dass mich das Gespräch 1,49 € die Minute gekostet hat. 0900er Nummern sind bei M-Net (dem Anbieter meines Festnetzanschlusses) nämlich automatisch gesperrt, ich musste als zum rosa Riesen und mit meinem mobilen Telekommunikationsmittel telefonieren. Da dies dem Netzanbieter natürlich höhere Kosten verursacht müssen diese (ca. 150%) natürlich auch an den Kunden weitergegeben werden – man nimmts ja von den Lebenden.
Gut, sie hält also Rücksprache. Aber mit wem? Sind die Leute im First-Level-Support nicht immer die Kompetenzzentrale des Unternehmens? Wie könnte es anders sein: 4,50 € später meldet sich meine Gesprächspartnerin wieder – mit einer nur wenig zufriedenstellenden Nachricht. “Ich komme da grad nicht durch, haben Sie noch einen Moment?” – NA KLAR!
In dem Moment habe ich mir mal ganz frech erlaubt zu fragen, ob sie mich nicht zurückrufen könnte, wenn sie etwas über den Status des Pakets herausgefunden hätte. Die Antwort war natürlich ein klares Nein. Sie hat da keine Möglichkeit dazu. Fernkommunikation in beide Richtungen wurde wohl noch nicht erfunden. Sie probierte es also erneut. Auf meine Kosten.
In diesem Moment sah ich vor meinem inneren Auge eine Tankuhr unermüdlich nach oben zählen. 6,00 €… 7,50 €… 9,00 € Die Augen fallen zu, ich schlaf fast ein und vergesse schon fast, dass ich ja eigentlich telefoniere da schallt es aus dem Hörer: “Hören Sie?”
Ja klar höre ich. Wo ist das Paket? – Ja also. Ich kann ihnen leider auch nicht genau sagen wo sich das Paket befindet. Gehen Sie doch bitte auf die Webseite www.*****.de und beobachten Sie dort die Statusanzeige der Sendung mit der Nummer xxxxxxxxxx. Es kann auch sein, dass das Paket an Sie zurückgeschickt wird.
Sehr geehrte Frau Götterbotin,
sie haben mir sehr geholfen. Ich weiß jetzt genau so viel wie vorher, bin um gute 10 € ärmer und weiß ihren unfassbar schlechten Service sehr zu schätzen. Es ist natürlich logisch, dass man ein Paket nach 2500 km Strecke nur einmal zuzustellen versucht und es dann EVENTUELL zurückschickt an den Versender.
Ich weiß jetzt auf jeden Fall, warum es in Deutschland einen quasi Monopolisten für das Postwesen gibt. Den werde ich in Zukunft wohl auch wieder zu Rate ziehen, wenn es um den Versand irgendwelcher Güter geht.
Sollte irgend ein Marketingmensch der Firma mit dem Namen eines griechischen Götterboten diesen Beitrag jemals zu Gesicht bekommen: Ihr braucht euch nicht für die Werbung zu bedanken. Schon gar nicht mit irgendwelchen Geschenken wie Gutscheinen für Porto.
Einer meiner Freunde ist momentan für ein Auslandssemester in Finnland. Ich sollte ihm ein Paket mit lebensnotwendigen Dingen wie seiner Playstation, alkoholhaltigen Getränken und Gummibärchen schicken. Gut. Gesagt getan.
Der Logistikdienstleister unserer Wahl heißt wie ein griechischer Götterbote. 19,90 € für ein relativ großes Paket nach Finnland klang fair und vernünftig. Wir rechneten ungefähr mit einer ...