#bcnue4

Diesen Hashtag habt ihr gestern und heute wohl bei den meisten meiner Tweets gelesen. bcnue4 steht für BarCamp Nürnberg 4, das an diesem Wochenende stattfand und an dem ich teilgenommen habe.

Vorneweg: Es war ein unglaublich interessantes Wochenende, nicht nur im Hinblick auf das BarCamp Regensburg, das einige Freunde und Bekannte in diesem Jahr zusammen mit mir das erste Mal organisieren.

Doch was ist ein Barcamp eigentlich? Barcamp verstehen sich als Unkonferenz. Unkonferenz deshalb, weil der Ablauf der Konferenz vorher nicht feststeht. Die Teilnehmer treffen sich also am Samstag vormittag und organisieren in Eigenregie den Ablauf des Wochenendes. Die Inhalte wie auch der Ablauf stehen also bis zum Beginn des Camps in den Sternen.

Am Samstag habe ich mir vormittags zwei interessante Sessions zu Verhandlungsstrategien und typische Fehler bei der Kundenakquise angehört. Nach dem Mittagessen und einem sehr interessanten Gespräch mit Steve Rückwardt, einem Twitterer, mit dem ich schon länger in Kontakt stehe, gabs am Nachmittag noch die sehr interessante Session “Präsentieren mit Drehbuch und Storyboard” von Alexandra Grassler von der Wissensagentur. Sie stellte eine Methode vor, wie man Präsentationen mit einem Drehbuch in drei Akten aufbauen kann und damit das Publikum besser unterhalten kann.

Als kleinen Spannungshöhepunkt am Samstag Abend gabs für mein Macbook Air dann noch ein LaserTattoo von der gleichnamigen Firma.

Der Sonntag startete für mich mit einer Session über die B2B Liebesbeziehung. Hier wurde darüber diskutiert, wie man Kundenbeziehungen langfristig festigen kann, indem man Emotionen seiner Kunden aktiviert. Eigentlich sollte ein solches Vorgehen für jeden Selbstständigen selbstverständlich sein, allerdings habe ich mich bei einigen Dingen erwischt, dass ich sie häufig mal nicht beachte.

Die zweite Session handelte von den Learnings aus Nebenprojekten. Insgesamt ein für mich weniger interessantes Thema, ich bin mit meinem Hauptprojekt, grafiniert, momentan genug ausgelastet ;-)

Nach der Mittagspause war ich dann mit meiner eigenen Session “Bin ich der Depp ohne App” dran. Durch einen Slot um 14 Uhr, der sich mit dem Mittagessen überschnitten hat, waren die Zuhörer überschaubar. Insgesamt war das aber kein Problem, da sich eine sehr interessante Diskussion ergeben hat.

Insgesamt war es ein sehr interessantes Wochenende mit viel Mate, leckerem Essen, unglaublich interessanten Leuten und tollen Session. Vielen Dank an alle die da waren und natürlich vor allem an das tolle Orga-Team.

Job

Von den Großen und den Kleinen

Gestern Abend saß ich bis 0:30 Uhr im Büro. Keine Angst, ich hab nicht vor rumzujammern.

Ich arbeitete unter anderem an einem relativ kritischen Problem beim Adventskalender des Bayerischen Fußballverbands und kam dabei ein bisschen ins Überlegen.

Ich bekomme diese außergewöhnliche Arbeitszeit nicht irgendwie besonders bezahlt, auch kommt niemand und lädt mich dafür irgendwohin ein. Es gehört für mich einfach irgendwie zum Service. Dem Service, der grafiniert und viele andere kleine Firmen oft zur berechtigten Alternative zu großen Unternehmen macht.

Gerade hier in Deutschland haben wir ja eine Servicewüste sonders gleichen. Erst vor wenigen Tagen musste ich das leider bei einem großen Mobilfunkunternehmen mit den Blubberblasen erfahren. Prämie für Rufnummernmitnahme wird nur mit Gesprächs- und SMS-Kosten im Inland verrechnet – da gabs kein Rütteln und kein “Auf den Kunden zugehen” – auch wenn mir die Damen und Herren beim Twitter-Support bestimmt auch einfach 10 € Gutschrift machen hätten können. So bin ich halt enttäuscht.

In unserer Branche ist das nicht viel anders, vermute ich. In großen Unternehmen wird am Freitag abend um 12 niemand mehr an einem Problem mit dem Internet Explodierer arbeiten. Jeder wird sein wohlverdientes Wochenende genießen. Ich saß im Büro und habe unserem Kunden geholfen. Unentgeltlich. Weil ich möchte, dass es mit mir genau so gemacht wird.

Was denkt ihr zu dem Thema? Welche Erfahrungen habt ihr mit den Großen und den Kleinen gemacht und was würdet ihr bevorzugen? Die kleine Firma, bei der ihr das Team persönlich kennt oder das große Unternehmen bei dem ihr euch an support@… wendet und auf Antwort hofft?

In den letzten Zügen.

Nein, es geht nicht um Züge. Nicht um die Bahn und schon gar nicht um Verspätungen.

Meine Masterarbeit und somit die letzten Züge meines Studiums laufen. In der Arbeit geht’s nicht wie bei Torsten um Tankstellen oder sowas. Nein, es geht um Single Sign On und Webservices. Konkret heißt das Thema “Der Identity Provider als Security Token Service

Ein Identity Provider ist ein Service, der im Internet die Verwendung der Daten eines Accounts (z.B. Facebook) in einem anderen Dienst (z.B. flickr o.ä.) erlaubt. Ein Security Token Service ist ein Service, der aus diesen Daten Sicherheitsmerkmale erstellt, die für sichere Kommunikation o.ä. verwendet werden.

Den größten Teil der Arbeit stellte die Entwicklung eines Prototypen dar. Dieser Prototyp sollte die beiden Konzepte in einem System vereinen und die Machbarkeit anhand dessen belegen. Nunja: Ich habe noch 32 Tage Bearbeitungszeit vor mir und der Praxisteil ist abgeschlossen  - Gott sei Dank. Also. Eher Ruby on Rails sei Dank. Die Programmiersprache der Wahl hat mir in diesem Fall mal wieder einiges an Stress erspart und ich bin immer wieder begeistert darüber, wie schnell und effizient man mit Ruby Funktionen und Systeme realisieren kann.

Das Basissystem, auf dem mein Prototyp aufbaut ist ein bestehender Identity Provider, umgesetzt mit Ruby on Rails. Das Besondere war dabei aber, dass bereits mit Rails 3 gearbeitet wurde. Ich hatte bisher immer nur mit Rails 2 gearbeitet und die Änderungen in der aktuellen, dritten Version waren doch beachtlich. Mittlerweile komme ich ganz gut damit zurecht.

Mittlerweile kämpfe ich mich also durch hunderte Seiten Sekundärliteratur, zig Spezifikationen und Dokus und bin dabei den Theorieteil fertigzustellen.

Alles in Allem freue ich mich, wenn ich am 6.10. meine letzte wissenschaftliche Arbeit abgeben kann und dann mit 2 Kursen im kommenden Semester auf die Zielgerade meines Studiums einbiege. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich kaum glauben kann, wie schnell die 5 Jahre (6, wenn man mein verkorkstes Dipl. Mathe mitzählt) Studium vergangen sind. Ich freue mich darauf, wenn ich ab März dann meine ganze Zeit und Energie in grafiniert stecken kann.

Drückt mir die Daumen, dass mein Traum mit der Selbstständigkeit funktioniert.

In diesem Sinne: Sänk ju for träveling wis Uni Regensburg.

Job

Selbst und ständig oder “Warum ein Kindheitstraum auch Schattenseiten hat”

Die meisten Leser dieses Blogs werden wissen, dass ich mein täglich Brot mit der grafiniert UG verdiene. Ich habe 2008  als Einzelunternehmer angefangen kleine Webprojekte umzusetzen und innerhalb kurzer Zeit hat sich aus der Freizeitbeschäftigung mit Vergütung ein ganz gut laufendes, kleines Unternehmen entwickelt.

Wir sind aktuell ein Team aus 6 Studenten und entwickeln hauptsächlich die kleinen, bunten Alleskönner für mobile Telekommunikationsgeräte mit einem angebissenen Apfel drauf. Ihr wisst schon: Diese Apps von denen grad jeder redet.

Aber moment. Eigentlich wollte ich ja keinen “Ach mein Leben ist toll”-Post rauslassen.

Selbstständig zu sein war schon immer ein Kindheitstraum von mir. Ich muss ihn wohl von meinem Vater geerbt haben, der hat nämlich auch immer davon geträumt. Allerdings hat das “Sein eigener Chef sein” auch die eine oder andere Schattenseite, über die ich heute mal berichten möchte.

  1. Man hat NIE frei
    Wochenende? Feierabend? Nicht erreichbar sein? Könnte diese Wörter mal bitte jemand für mich googlen, ich hab vergessen was die bedeuten. Wenn ihr vor habt euch selbstständig zu machen müsst ihr entweder unglaubliche Disziplin haben um diesen privaten Raum einzuhalten oder ihr arbeitet einfach selbst und ständig. Immer wieder erwische ich mich, wie ich am Wochenende, Nachts in der Disco oder abends auf der Couch immer wieder meine Mails checke. Es könnte ja was wichtiges rein kommen. Aber: Die ersten Schritte hin zu geregelten Arbeitszeiten sind getan, aber sie erfordern eine ganze Menge an Selbstdiziplin.
  2. Man ist nicht sein eigener Chef
    “Du bist doch dein eigener Chef und kannst tun, was du willst”. Sprüche dieser Art höre ich oft von Freunden. Klar, theoretisch richtig.
    Doch wie sieht das in der Realität aus? Kunden geben einem mal genauer, mal weniger genau vor, wie das gewünschte Produkt auszusehen hat, wann es fertig sein soll und wieviel es maximal kosten darf. Man kann zwar immer noch “nein” sagen, aber das wars dann auch schon fast :-) Beratungsresistenz ist leider kein Fremdwort und die Bereitschaft Meinungen von Spezialisten gelten zu lassen ist oftmals sehr gering. Schade eigtl., ich geh doch auch nicht zum Bäcker und sage ihm wie er sein Brot backen muss.
  3. Mitarbeiter sparen einem selbst Zeit
    “Oh Gott, ich schaff das alles nicht mehr. Stellen wir jemanden ein.” Problem gelöst. Denkste.
    Jeder Mitarbeiter nimmt einem einen gewissen Teil der Arbeiten ab. Klar. Die Einarbeitungszeit frisst aber erst einmal Unmengen an Zeit. Passt derjenige ins Team? Wie schlägt er sich? Kann ich mich auf seine Arbeit verlassen? In der ersten Zeit heißt es erst einmal investieren. Irgendwann ist sicher der Zeitpunkt erreicht, an dem ein Mitarbeiter wirklich entlastet, das dauert aber und kann unter Umständen ganz ausbleiben.
  4. Man lebt mit dem Risiko
    Als Selbstständiger gilt die Regel: Verdiente ein Monat, lebe zwei davon. Klingt im ersten Moment viel, aber wenn man die Situation reell betrachtet ist dieses Dogma total vernünftig. Man lebt tagtäglich mit dem Risiko von ausbleibenden Aufträgen, Krankheit oder ähnlichem. Als Arbeitnehmer hat man dieses Risiko nur zum Teil. Man ist krankenversichert und bekommt üblicherweise eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

So, erst mal genug der Jammerei. Im Großen und Ganzen bin ich mehr als zufrieden mit meiner Entscheidung, parallel zum Studium ein kleines Unternehmen zu führen und so mein finanziell doch sehr unbeschwertes Leben zu ermöglichen.

Was denkt ihr? Seid ihr selbstständig und kennt die Probleme oder habt ihr schon mal darüber nachgedacht euch selbstständig zu machen? Oder seid ihr Arbeitnehmer und kämpft mit anderen Problemen?

Kundenfreundlichkeit für Dummies

In meinen letzten Post hab ich ja eigentlich nur genörgelt und kritisiert. Ich musste mir sogar schon von dem ein oder anderen eifrigen Leser sagen lassen, dass ich ja einen Lästerblog betreiben würde. Deshalb heute mal das krasse Gegenteil: Lob in höchsten Tönen.
Es geht um Service. Kundenservice um genau zu sein.
Hier die Definition aus Wikipedia für die Firmen, die nicht mehr wissen was das bedeutet:

Der Service (englisch, [ˈsøːɐ̰vɪs]), in Österreich auch das Service, bezeichnet:

Die Mitarbeiter der Firmen OfficeDiscount und Teufel Audio können diese Definition getrost überlesen – sie wissen, was Service bedeutet. Aber zurück zum Anfang der beiden Geschichten.
Vor kurzem habe ich bei www.office-discount.de Büromaterial für die Firma bestellt. Papier, Aktenordner, Registerblätter. Was man eben so braucht. Wie gewohnt war am 2. Tag nach meiner Bestellung die Ware bei mir. Als ich die großen Pakete auspackte bemerkte ich, dass zwei einzelne 500er Packs Papier lose mit den Aktenordnern in einem Karton verpackt waren. Was passierte logischerweise: Die Folienverpackung der Papiere ist an den Metallringen der Aktenordner aufgerissen. Weiter nichts. Das Papier war absolut nicht beschädigt.
Da ich weiß, wie ärgerlich Reklamationen sein können habe ich eine Mail an den Kundensupport geschrieben. Eine reine Hinweismail um den Support darauf hinzuweisen und Rücksendungen in Zukunft vielleicht zu verhindern. Ein Foto, ein kurzer Text mit dem klaren Hinweis, dass das Papier an sich komplett in Ordnung ist und nur die Verpackung aufgerissen ist.
Was mich aber dann fasziniert hat, war die Reaktion von www.office-discount.de. Es kam erst mal keine Antwort vom Support. Zwei Tage nach meiner Mail kam jedoch völlig ohne weiteren Kommentar eine Versandbestätigung. Zwei 500er Packs Papier seien auf dem Weg zu mir.
Ich hatte sie nicht gefordert, nicht gewünscht oder sonstiges. Ich war mit meiner Bestellung absolut zufrieden. Trotzdem hat es mich gefreut. Danke an dieser Stelle, ich bestelle gerne wieder.
Die zweite, fast noch schönere Geschichte handelt von meiner fast neuen Heimkino-Anlage der Firma Teufel Audio.
Wer Teufel nicht kennt: Eine deutsche Firma, die hochwertige Audio-Lösungen herstellt. Qualitativ können sich die Produkte gut und gern mit Systemen von Bose, Harman Kardon etc. messen. Preislich spielen sie aber in einer deutlich niedrigeren Liga.
Ich habe mir da vor kurzem also ein Heimkino-System gekauft. Leider war nach einigen Wochen die Steuerungsbox, die die Signale vom DVD-Player und Mac in die Signale der einzelnen Lautsprecher umwandelt defekt.
Kurz auf der Webseite nachgesehen und gestaunt: Keine teure 0180er oder sogar 0900er Support-Hotline. Nein, eine ganz normale deutsche Festnetznummer mit der Vorwahl 030 für Berlin. Also angerufen. 10 Minuten in der Warteschlange – macht aber nix, ich hab ja ne Flat ins Festnetz.
Die zweite Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Der freundliche und kompetente Herr an der Hotline erklärte mir, dass er mir gleich einen Link zu DHL mailt. Den Link sollte ich öffnen und die Adresse angeben an der der Postbote am nächsten Tag das defekte Gerät abholen kann. Pick-Up-Service. Coole Sache.
Am nächsten Tag wurde dann die Box abgeholt. Der Herr an der Hotline meinte die Reparatur (meist sei es ein Austausch) würde etwa drei Wochen dauern. Gut, dachte ich, ist zwar ne Weile aber das ist im Rahmen. Erfreulicherweise konnte ich schon nach eineinhalb Wochen eine Versandbestätigung in meinem Postfach finden. Ich bekam eine neue Box zugesandt.
Teufel Audio legte aber in Punkto Kundenkorrespondenz gleich noch einen drauf. Jede Firma verschickt heutzutage ja Kunden-Newsletter. Die einen häufiger, die anderen weniger häufig. Teufel hat es meiner Ansicht nach in den letzten Wochen etwas übertrieben. Zweimal die Woche bekam ich eine Mail mit den aktuellen News. Mit dieser Ansicht war ich nicht allein. So twitterte @DerGoalie, dass er das etwas oft findet und ich drückte kurzerhand den Retweet-Button. Die Reaktion von Teufel war super: Sie fragten nach einem Turnus, den wir für gut befänden und setzten diesen dann kurzerhand auch gleich um. Von nun an kommen die Newsletter von Teufel Audio nur noch 14-tägig.
So und jetzt kommt ihr. Wie stellt ihr euch Kundensupport vor? Wie macht ihr es noch besser? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Alte deutsche Härte

Die Onkelz. Ihr kennt Sie alle. Zumindest vom Namen her.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nie ein großer Fan der Onkelz gewesen bin und mich deshalb auch nie weiter mit ihrer Musik beschäftigt habe. Der Hauptgrund für meine Abneigung war eigentlich die (ehemals) rechte Einstellung der Band und die Tatsache, dass ich solche Künstler einfach nicht unterstützen will. Nichtsdestotrotz habe ich manches Lied im Laufe der Zeit wirklich mögen gelernt.

Nunja, die Onkelz haben sich getrennt und sind eigentlich komplett ausdiskutiert. Es gäbe also nichts mehr zu ihnen zu sagen, wäre da nicht Stephan Weidner formerly known as “Der W”.

Weidner war Basser, Songschreiber und Kopf der Onkelz und konnte natürlich auch nach der Bandauflösung die Finger nicht von der Musik lassen. Nach einer dreijährigen Abstinenz veröffentlichte er 2008 sein Solodebutalbum “Schneller, höher, Weidner” in dem er neben seiner Vergangenheit mit den Onkelz auch Themen wie den Tod eines Freundes, die Trennung von seiner Frau und die Liebe zu seinem Sohn aufarbeitet.

Ich war damals schon absolut begeistert von der Scheibe und möchte hier mal meinen Dank an den Toby alias “Eddy” aussprechen, dass er mich überzeugt hat doch mal reinzuhören. Seit dem 3.12. gibt’s jetzt den neuen Silberling vom W mit dem eingängigen Namen “AUTONOMIE!” und der Name ist Programm.

Autonomie – Selbstständigkeit, Unabhängigkeit also. Die Scheibe präsentiert sich überraschend unabhängig von Weidners Vergangenheit. Er hat aufgehört sein Leben aufzuarbeiten und an die “guten, alten Zeiten” mit den Onkelz zurückzudenken und geht stattdessen voll nach vorn. Dies zeigt sich schon gleich am Anfang des neuen Albums. Das Intro mit dem passenden Namen “Ode an die Zeit” ist nicht einmal eine Minute lang. Darauf folgt ein Track, der mit Titel, Musik und Text genau das sagt, was Weidner seinem Hörer mit “Nein, nein, nein” vermitteln will.

Ich hab lang daran gekaut.
Und komme jetzt auf den Geschmack.
Mach den Sprung zum Selbst, aus der Angst.
Ich fragte mich, ob ich das kann.
Angst – ich lass dich hinter mir.

Insgesamt beschäftigt sich Weidner mehr mit sich selbst als mit seiner Vergangenheit im Rahmen der Onkelz. Er behandelt Themen wie den Verlust guter Freunde, das Zerbrechen von Beziehungen und Drogenprobleme. Erfreulich ist auch, dass die Songs auf AUTONOMIE musikalisch offener wurden. So lässt sich Weidner von Reggae und elektronischer Musik inspirieren und wählt für nachdenkliche und metaphorische Lieder wie “Sterne” auch mal die akustische Gitarre und sieht von den sonst so harten Riffs ab.

In diesem Sinne: Hört’s euch an.

\”Urlaub mit Stalin\” auf YouTube

Weiß.

Es ist Dezember, es schneit von Zeit zu Zeit. Wer findet den Fehler?

Stimmt: Es gibt keinen.

Das könnte man aber meinen, wenn man sich die aktuelle Berichterstattung über den (geschätzt) fünften Jahrhundertwinter in Folge ansieht. Das was in den letzten Tagen und Wochen auf den Straßen hier in und um Regensburg los ist kann man eigentlich gar nicht beschreiben.

Ich selbst stand vor kurzem zwei Stunden im Stau auf der A3 von meinem Heimatort zurück nach Regensburg. Warum? Naja, es gab 10 cm Neuschnee. Die Stadtverwaltung von Regensburg wird den “Schneemassen” nicht mehr Herr. Es werden ab morgen nur noch so genannte “Gefahrenbereiche” gestreut, weil die Salzvorräte knapp werden.

Irgendwie muss ich mich manchmal schon fragen, ob wir uns hier in Bayern befinden oder in Afrika. Gut, klar. Wie könnte sich die Stadt und die Autofahrer bitte auf diese Situation einstellen. Es hat in den letzten Jahren im Dezember noch nie geschneit. Und diese unglaubliche Menge an Neuschnee. 5 cm innerhalb von 5 Stunden. Das ist die unfassbare Menge von einem Zentimeter in der Stunde. Wenn man nicht aufpasst, versinkt man so im Schnee, dass man grade so noch atmen kann.

Seid doch mal ehrlich: Der Winter heuer ist absolut nichts außergewöhnliches und das Chaos das momentan draußen stattfindet ist lediglich auf die Unfähigkeit mancher Sommerreifen-Fahrer und Verwaltungsbeamter zurückzuführen.

Mich nervt’s tierisch. Was sagt ihr dazu?

Facebook, Freunde und die weite Welt

Ich dachte ja immer Google weiß alles. Tun sie bestimmt auch, aber mei. Was soll’s gell. Seit einiger Zeit wird Facebook immer größer und eigentlich sollte man die Bezeichnung “Datenkrake” mittlerweile eher für den Konzern rund um Herrn Zuckerberg verwenden.

Like-Button-API hier, OpenGraph dort. Wenn man sich ein bisschen mit Internettechnologien auskennt weiß man ziemlich schnell: Facebook weiß ALLES über dich. Auf welchen Seiten du dich bewegst, welche Blogposts du liest – auch wenn sie dir nicht “gefallen” – und ja vielleicht sogar bald welche Schmuddelvideos du dir ansiehst.

Aber so weit brauchen wir gar nicht gehen. Facebook weiß, welche Freunde du hast. Das teilst du dem Laden ja höchst selbst mit. Und Facebook weiß, wo du wohnst. Und Facebook weiß, wo deine Freunde wohnen. Naja, zumindest wenn du und deine Freunde es Facebook sagen.

Ja ich weiß schon, ich red schon wieder um den heißen Brei. Worauf ich raus will: Aus den Infos zu den Wohnorten und den Infos, wer mit wem befreundet ist, lässt sich laut diesem Blogpost von einem Techniker des Facebook Datencenters ein schönes grafisches Netz aufziehen. Was man sieht: Die Welt mit ziemlich vielen Verbindungslinien zwischen den Kontinenten. Aber nicht dass ihr meint die Kontinente wären irgendwie vorher schon gezeichnet gewesen. Die ergeben sich aus den Ortsangaben der Facebook Benutzer. Die Linien, die ihr da seht sind die “Freundschaften” zwischen den einzelnen Benutzern.

Ganz schön beeindruckend, wie ich finde.

Hier gibts das Bild auch noch in groß.

Vom Web 2.0 und den Personalchefs

Wie die meisten von euch wissen bin ich einer der Web 2.0 affinen Menschen. Ich twittere. Ich bin auf Facebook sehr aktiv, manche beschweren sich sogar, dass ihre Pinnwand immer nur Posts von einer Person anzeigt – mir. Sogar dieses Foursquare hab ich mal ausprobiert, sehe aber keinen Nutzen für mich darin. Naja, um den Kreis zu schließen hab ich jetzt wieder angefangen zu bloggen. 140 Zeichen oder so ein Post auf Facebook reichen ab und zu einfach nicht aus um meiner geistigen Diarrhöe gerecht zu werden.

Regelmäßig bringt mich mein Verhalten im Web und die Art und Weise wie ich mit meinen Daten und meinem Leben öffentlich umgehe zum nachdenken ob sich dies noch in einem Rahmen bewegt, den ich selbst noch vertreten kann. Vor allem Äußerungen wie die schon genannte “Ich seh auf meiner Facebook Pinnwand immer nur deinen Kopf” oder “Ich meld mich jetzt auch bei Facebook an, dass ich auch ein bisschen was von dir erfahre” von meiner Mutter machen mich ab und zu schon stutzig in welche Richtung sich die Art über Erlebtes zu kommunizieren aktuell verändert.

Jedes Mal komme ich dann für mich zu dem Schluss, dass das Verhalten für mich in Ordnung ist. Ich bin auch im echten Leben ein sehr kommunikativer Mensch und mein Mitteilungsbedürfnis ist sowohl digital als auch ganz real ziemlich groß.

Aber gerade als ich angefangen habe zu bloggen kam die Überlegung wieder in mir auf. Fängt du wirklich damit an? Bloggst du unter einem Pseudonym? dank Impressumspflicht ziemlich sinnbefreit. Wird es ein Themenblog oder ein Blog über den Schwank aus meinem Leben? Die Argumente die gegen den Blog sprachen waren für mich eindeutig. Zukünftige Personaler, die im Bezug auf meine Berufschancen einen sehr großen Einfluss auf mein Leben haben.

Für den Blog und gegen die Bedenken zu diesem Thema sprachen aber trotzdem viele Dinge.

Zum Einen habe ich vor einigen Wochen ein Gespräch mit Torsten und seinem damaligen Arbeitgeber, einem Kunden von grafiniert genau über dieses Thema gesprochen. Torsten hat sich daraufhin entschlossen persönliche “Social Media Guidelines” zu definieren und sich “strikt” an diese zu halten.
In diesem Gespräch ging es also um das Thema Meinung im Web kundtun und sich damit eventuelle Berufschancen zu verbauen. Torsten hat bis zu diesem Zeitpunkt seine Meinung vor allem zu politischen Themen sehr offensiv auf Twitter, Facebook und seinem Blog vertreten. Seine Kollegen sahen das Thema damals ähnlich wie ich: Das kann zu einem Problem werden. Andererseits haben sie aber auch zugegeben, dass sie noch keinen ihrer Bewerber vorher gegoogelt oder gefacebookt haben.
Was ist also dran an dem Gerücht und der Panikmache, dass man sich (noch) nicht frei im Netz bewegen darf, weil man sonst von einem digitalen Headhunter bis in die Wiege verfolgt wird? Jede noch so peinliche, verwerfliche, falsche oder einfach nur dumme Aussage wird dir dann im Bewerbungsgespräch – wenn es so weit kommen sollte – vorgelegt und man darf muss sich dafür rechtfertigen.

Ich halte relativ wenig von dieser Aussage. Die Personaler hätten ja was zu tun, wenn man dieses Prozedere bei jedem Bewerber durchziehen würde. Ich bin mir lediglich bewusst, dass alles was ich hier, auf Twitter und auf Facebook von mir gebe von jedem Menschen mit einem Internetanschluss gelesen, bewertet und mit meiner Person in Verbindung gebracht werden kann. In meinen Augen ist das das einzig vernünftige, wie man mit dem Web 2.0 umgehen kann. Bewusstsein. Man braucht keine Pseudonyme, keine gesperrten Tweets und ein kleines bisschen Gespür, ob man die Fotos von der letzten Party auf Facebook für alle freigibt oder eben nur für den erlesenen Kreis der Anwesenden.

Also liebe Personalchefs: Ich erzähle euch sicher nicht, dass ich gestern erst um 24:00 Uhr auf die Party gegangen bin. Den ersten Bus um 6:00 Uhr hab ich nicht geschafft, weil er einfach zu früh ging.

Oh. Hoppla. Wohl doch darüber gebloggt. Naja, haltet es mir vor wenn ich mich mal bei euch bewerben sollte. Mein Statement dazu kenne ich schon jetzt: Die Party war super, bis morgens um 6:00 Uhr feiern zu können zeugt auch ein bisschen von Sozialkompetenz und außerdem bin ich hauptberuflich immer noch Student. Da darf man das. Per Definition.

So und jetzt kommt ihr. Was sagt ihr zu dem Thema?

Der 3D Wahnsinn

Ich war gestern seit längerem wieder mal im Kino. SAW sollte es sein. 3D sollte es sein.

Ich bin ja kein großer Fan der SAW Reihe. Der erste Film war damals noch ein völlig neues Konzept. Alle weiteren – Naja, Fortsetzungen eben.

Gestern dann also SAW – Vollendung in 3D. Gibst dem Schmarrn ne Chance, hab ich mir gedacht. In 3D könnt er ja ganz gut sein, hab ich mir gedacht.

Ich mag SAW nicht. Nicht, weil mir die Handlung zu flach wäre, sondern weil ich mit der puren Gewalt und den absolut kranken Gedanken, die bei diesen Morden an den Tag gelegt werden nichts anfangen kann. Ich finde, dass man die Sozialkritik, die die SAW Reihe mitbringt auch ohne unmenschlicher Gewalt und total perversen Machtspielchen an den Mann bringen kann.

Aber worauf ich eigentlich raus will: 3D. Ein Trend, ein Hype, gibt es eigentlich auch noch andere Filme? Wie Oldschool…

Seit dem ersten Film, den ich in 3D gesehen habe, Avatar, war ich in 3 oder 4 Filmvorstellungen, bei denen auf die 3D-Technik gesetzt wurde. Bei eigentlich allen der Filme hab ich mir vorher gedacht “naja, in 3D wird er bestimmt ned schlecht” – und bei eigentlich allen hab ich mich getäuscht.

Da war zum einen der schon genannte SAW oder auch der vor kurzem gelaufene Resident Evil – Afterlife. Beide Filme waren nicht schlecht. Beide Filme wären ohne 3D genauso “gut” gewesen. Beide Filme wären ohne 3D um zwei, drei Euro günstiger gewesen. Warum laufen also immer mehr Filme in 3D?

Ist das alles eine riesige Marketingmasche? Man könnte es fast meinen, wenn man sich die Besucheranstürme auf die 3D Filme ansieht. Die Karte könnte hier vermutlich auch 20 € kosten und die Kinos wären gewinnbringend gefüllt. Aber warum?

In meinen Augen ist 3D bei den meisten Filmen einfach unnötig und bringt absolut keinen Mehrwert für das Kinoerlebnis. Na klar: Bei Animationsfilmen im Comic-Stil oder nahezu 100% digital entworfenen Filmen wie Avatar hat 3D einen enormen Vorteil, weil man sich besser in die Welt des Films hineinversetzen kann. Aber will man das bei SAW? Muss heute wirklich jeder Film in 3D gedreht werden?

Was denkt ihr dazu?